Nervenstimulation für die „schwache Blase“

Blasenprobleme betreffen weltweit Millionen von Menschen. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich und gehen häufig mit zusätzlichen medizinischen Komplikationen einher. Eines der häufigsten Syndrome ist die „überaktive Blase“, bei der die betroffenen Patienten, wie der Name schon suggeriert, einen ständigen Harndrang verspüren. In einem kürzlichen Beitrag haben wir bereits darüber berichtet, wie Wissenschaftler derzeit neue Wege suchen, um Blasenprobleme durch elektrische Stimulation peripherer Nerven in den Griff zu bekommen.

Die Stimulation der Sakralnerven (sakrale Neuromodulation) wird bereits bei mehr als 100.000 Patienten weltweit eingesetzt, um chronische Inkontinenz und Verstopfung zu verbessern. Im Falle der überaktiven Blase bringt diese Behandlung jedoch nur bei einem Bruchteil der Patienten Linderung. Die aktuelle Forschung sucht daher nach alternativen Zielnerven, deren Stimulation hier möglicherweise bessere Erfolge erzielen könnte.

Ein Forscherteam der Duke University und der Forschungs- und Entwicklungsabteilung für Bioelektronik des in Großbritannien ansässigen Unternehmens GlaxoSmithKline hat hierbei den Nervus pelvicus im Auge. In einer früheren Studie hatten die Autoren bereits gezeigt, dass eine Stimulation dieses Beckennervs in einem Rattenmodell der Krankheit die Blasenkapazität erhöhen, und dadurch das Wasserlassen verzögern kann. Es gibt jedoch subtile Unterschiede zwischen den Urinierfunktionen von Ratten und Menschen. Daher beschlossen die Autoren, ihren Ansatz mit der Hilfe von CorTec Mikro Cuff Elektroden in einem anderen Tiermodell erneut zu untersuchen, welches dem Menschen beim Wasserlassen viel ähnlicher ist: die Katze.

Was die Autoren in ihrem jetzt erschienenen Artikel fanden, bestätigte die Nützlichkeit ihres Ansatzes: Bei der Katze erhöhte die Stimulation des Beckennervs nicht nur die Blasenkapazität, sondern verstärkte auch die Aktivität des Schließmuskels der Harnröhre. Darüber hinaus wurde die Entleerungseffizienz – wie vollständig die Blase entleert wird – nicht beeinträchtigt, diese ist sehr wichtig für die Blasengesundheit.

Diese ermutigenden Ergebnisse bringen uns einen wichtigen Schritt näher zu einer neuartigen Therapie, die bald bei menschlichen Patienten eingesetzt werden könnte.

Mit unserer FDA-geprüften °AirRay Elektrodentechnologie unterstützt CorTec Ihre Therapieentwicklung in allen Phasen – vom Tiermodell bis zu klinischen Studien.

 

Literatur:

Langdale CL, Hokanson JA, Milliken PH, Sridhar A, Grill WM. (2020):

Stimulation of the pelvic nerve increases bladder capacity in the PGE2 cat model of overactive bladder.

Am J Physiol Renal Physiol. 318: F1357-F1368

 


Erfahren Sie mehr über unsere Micro Cuff Elektroden

Kontakt

Haben Sie Fragen zu unserem Unternehmen oder unserer Technologie? 
Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.